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Dienstag, 19. September 2017

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   30 Jahre Anti-Atom-Politik - Jubiläum 2017

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    15.10.2017 Arnulf Rating
   
in Braunschweig

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Sternfahrt und Protest am AKW Grohnde

Ankunft beim Protestcamp am AKW Grohnde
(Mo., 09.09.13/ Leserbrief) Hameln-Grohnde. Etwa 150 Menschen versammelten sich am vergangenen Samstag, den 7.9.13, vor dem Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln, um für die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerkes zu demonstrieren. Als Sternfahrt aus Göttingen, Holzminden, Hannover, Bielefeld und den Orten des Weserberglands und Sollings geplant, gestaltete sich die Demonstration zu einem alternativen Kulturfestival. Radfahrer-Gruppen wurden von der Polizei eskortiert, um das Protestgelände zu erreichen.

Kundgebung am AKW Grohnde mit P.Meyer von der BISS e.V. / Foto: Michaela Mügge publiXviewing
Musik, Baumkletterer, veganes Essen und Infostände prägten das Bild des bunten Widerstandes. Die AG Schacht-Konrad aus Braunschweig warnte vor Atommüll in der Asse als dem "Weltatomerbe". Redner berichteten von Reisen nach Hiroshima, Nagasaki und Fukushima. Mitten auf dem (Protestplatz-)Acker in Grohnde steht eine uralte, gruselig anmutende Kutsche (siehe Foto), beladen mit Atomfässern, die ein Sensenmann fährt. "Mox-Plutonium-Kutsche" steht auf der Sitzbank der Kutsche geschrieben und erinnert an die Mischoxid-Transporte aus dem strahlenbelasteten englischen Sellafield/Windscale (atomarer GAU von 1956, 30 Jahre lang offiziell verschwiegen) in das niedersächsische Grohnde vom letzten Herbst. Deshalb erfolgten auch 2012 zahlreiche Proteste in Grohnde. Während das nur wenige Kilometer weserabwärts gelegene AKW Würgassen schon Mitte der 90er Jahre abgeschaltet wurde und nun rückgebaut wird, darf Grohnde noch offiziell bis 2022 am Netz bleiben. Zu lang finden die Demonstranten diese Zeitspanne und fordern in lauten Sprechchören "Abschalten, sofort!".

Tod auf Rädern - MOX-Kutsche
500 m vor dem Demonstrationsplatz, an selbiger Straße zum Atomkraftwerk, feiert die örtliche CDU ein Spanferkel-Essen. Musik schallt auf die Straße zur Zufahrt. Gemütliche Festkultur vor ungemütlicher Atomkulisse auf allen politischen Seiten. Irgendwie hätte auch der Rattenfänger noch ins Bild gepasst. Hamelner Maskottchen, Sagenfigur sowie mittelalterlicher Kindesentführer und Schurke. Mit dem Spruch "Atomrattenfängerei gefährdet die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder" aktualisieren einige Demonstranten die Hamelner Kultfigur.

Auf (meine / die) Nachfrage (des Autors dieser Zeilen) bei Bündnis 90/Die Grünen in Berlin, ob Grohnde nicht schon viel früher als 2022 "entschärft" werden könne, erhalte ich folgende Antwort (nachlesbar auf meiner Facebookseite):"Mit dem AKW Grohnde geht es dir wie vielen anderen, die gern eine sofortige Stillegung aller Atomanlagen hätten, idealerweise nicht nur innerhalb, sondern auch auf der anderen Seite unserer deutschen Grenzen. Dafür setzen wir uns auch ein. Realistischerweise müssen wir dir aber sagen: Dafür braucht es politische Mehrheiten, Koalitionspartner, die das ähnlich sehen und ganz andere Wahlergebnisse als sie sich bisher abzeichnen. Die ehrliche und einzig richtige Antwort lautet: So schnell wie möglich, spätestens aber nach dem Atomausstiegskompromiss, den der Deutsche Bundestag beschlossen hat."

Nur 60 km von Grohnde entfernt liegt mein Wohnort im Landkreis Northeim. Der Atomausstieg ist nur eine halbe Sache. Bis 2022 warten möchte ich nicht. Vor (!) einem Unfall die "Atom-Krebs-Werke" abzuschalten, ist immer noch besser als hinterher. Atommüll, der nicht entsteht, muss auch nicht gelagert werden. Weitere Informationen auf www.grohnde-kampagne.de

Arno Schelle/ Fredelsloh

[Fotos/Videos: flickr | publiXviewing]

 
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