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Im Fadenkreuz der Atomwirtschaft
„Gefahr ohne Schatten“  von Anika Limbach
(Di., 09.09.2014/ Buchkritik) Eine literarische Gratwanderung ist es immer, wenn reale Fakten über eine fiktive Erzählung transportiert werden. Insbesondere dann, wenn es um mafiöse Verstrickungen von Wirtschaftskonzernen und Politik geht. In ihrem Debütroman „Gefahr ohne Schatten“  geht Anika Limbach dieses Wagnis ein und schickt ihre beiden Protagonisten Jan und Rona in jenes Halbdunkel, in dem Atomkonzerne zuweilen ihre Geschäfte abwickeln.

Tatort Berlin, Tschernobyl-Kongress 2011. Der Energieexperte und abtrünnige Mitarbeiter eines Energiekonzerns Sebastian ist als Referent geladen. Hier trifft er auf Jan, der an einem Enthüllungsbuch über die Atomindustrie arbeitet. Vor dem Kongressgebäude wird Sebastian von einem Auto überfahren und ist sofort tot. War es ein Anschlag? Und wenn ja, hat er vielleicht gar nicht Sebastian gegolten, sondern Jan? Schließlich wird dieser seit geraumer Zeit per Emails bedroht.

Gemeinsam mit Rona, ebenfalls einer Kongress-Teilnehmerin, begibt sich Jan auf die Suche nach der Wahrheit. Bei ihrer Recherche stoßen sie nicht nur auf brisante Dokumente, sondern stellen sich unmittelbar in das Fadenkreuz einflussreicher Drahtzieher, aus dem Umkreis der Energiekonzerne. Jan gerät dabei selber unter Verdacht.

Aus einer einfachen Geschichte und gut recherchierten Fakten gelingt es Limbach eine ausgeklügelte Handlung zu entwickeln, in der nicht nur detektivischer Spürsinn, sondern auch eine Menge an technischem Knowhow gefragt sind, um die Machenschaften der Energiekonzerne aufzudecken.

Blass bleiben allerdings die Figuren, die der allwissende Erzähler allzu sehr an der Kandare hält. Insbesondere dann, wenn Emotionen im Spiel sind, oder sich Jan und Rona über Visionen einer besseren Welt austauschen, droht der Roman ins Behäbige zu kippen.

Das ändert sich jedoch in der zweiten Hälfte des Buches, wo die Handlung an Dynamik gewinnt, der Erzähler allmählich die Zügel lockert und die Autorin  ins Spiel gefunden hat. Spätestens hier gelingt es Limbach ihre LeserInnen auf diese gefahrvolle Recherchereise mitzunehmen. Das Buch gewinnt deutlich jene Authentizität, die ob der realen und hochbrisanten Faktenlage, von Anfang an wünschenswert gewesen wäre. Gerade die ist es nämlich, die das Buch trotz einiger Schwächen lesenswert macht.

Antonia Uthe

 
„Gefahr ohne Schatten“  von Anika Limbach
 
ISBN
Paperback    ISBN 978-3-8495-8115-2
Hardcover     ISBN 978-3-8495-8116-9
e-book          ISBN 978-3-8495-8117-6
 
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