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Dienstag, 21. November 2017
Gasbildung – eine ausgeblendete Gefahr im KONRAD-Projekt
(Mo., 09.03.15 / SW) Ungeachtet aller Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik der letzten 35 Jahre hält die Bundesregierung weiter an Schacht KONRAD als Atommülllager fest. Welche Gefahren für Mensch und Natur die Anlage weiterhin birgt, machte der Geologe Dr. Ralf Krupp auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft in der Sitzung des Umweltausschusses Salzgitter am 03. März drastisch deutlich. Der Experte zog einen direkten Vergleich zur Asse II und machte deutlich, dass er für ein Atommülllager in Schacht KONRAD ähnliche Folgen erwartet.

Im Vergleich zur Schachtanlage Asse II:

- soll der für Schacht KONRAD vorgesehene Atommüll ein 1000-fach höheres Inventar an Radionukliden enthalten, aber nur etwa das 6-fache Volumen aufweisen, weil die Abfälle zuvor zu sog. Presslingen kompaktiert werden,

- ist der Wasserzutritt in das ehemalige Eisenerzbergwerk mit ca. 16,3 m³ pro Tag schon heute höher als in Asse II und nach Einlagerungsende ist ein Volllaufenlassen der Resthohlräume geplant,

- werden durch Korrosion der Atommüllfässer und chemische Reaktionen des Inventars deutlich größere Gasmengen entstehen, die ab etwa 80 bar Gasdruck die kontaminierten Lösungen ins Deckgebirge verdrängen. In gleicher Weise wirkt die Konvergenz der noch offenen Grubenhohlräume,

- werden auch im Schacht KONRAD weder der Beton um die Atommüllfässer noch das Deckgebirge diese radioaktiv kontaminierten Gase und verdrängten Lösungen zurückzuhalten. Lösungen und Gase werden sich Wegsamkeiten durch nachweislich vorhandene Störzonen, Salzstockflanken, unbekannte oder nicht abgedichtete Altbohrungen und poröse Gesteine (z.B. Hilssandstein) suchen und könnten auf kurzen Wegen und viel schneller als bisher behauptet wird in die Biosphäre gelangen.

Die von Dr. Krupp aufgezeigten Schwachstellen in den früheren Gutachten und seine vorgetragenen Thesen lösten im Umweltausschuss nachdenkliches Schweigen aus und einige der anschließend gestellten Fragen an den Referenten machten den anwesenden BesucherInnen deutlich, dass sich die Ausschussmitglieder größtenteils noch nicht ausreichend mit der Problematik auseinandergesetzt hatten. Krupp verwies auf die wissenschaftlichen Quantensprünge, die seit den 80er-Jahren auf den Gebieten der hydrogeologischen Modellierung und der geophysikalischen Erkundung stattgefunden haben und plädierte eindringlich für eine Neu-Untersuchung und Neu-Bewertung des Projekts Schacht KONRAD auf der Grundlage eines aktuellen Stands von Wissenschaft und Technik. [Vortrag Geologe Dr. Ralf Krupp, pdf.]

Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Nationalen Entsorgungsprogramms, mit dem die Bundesregierung plant, sogar deutlich mehr und ganz anderen radioaktiven Müll in Schacht KONRAD einzulagern, als mit dem Planfeststellungsbeschluss 1992 genehmigt wurde, muss die Region wach werden und ein weiteres Atommüll-Desaster verhindern!

 Hinkommen – Zuhören – Mitreden!

Es gibt gute Argumente gegen die Eignung von Schacht KONRAD als Atommülllager und die müssen auf den Tisch  … und zwar am 26.März bei der bei der Podiumsdiskussion mit Jochen Flasbarth (Staatssekretär im Bundesumweltministerium) und Stefan Wenzel (Nds. Umweltminister) u.a. Beginn 17.30 in der Aula am Fredenberg in Salzgitter (im Anschluss an die Kundgebung um 17.00 Uhr) [Link zur Veranstaltung]
 
 
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