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Mittwoch, 22. November 2017
Zoff um Atommüll und NaPro

Bundestagsabgeordneter Hubertus Zdebel (Linke) mit Akteuren des „Aktionsbündnisses“ (Stadt Salzgitter, AG Schacht KONRAD, IG Metall Salzgitter-Peine und Landvolk
(Do., 01.10.15/UT) Nachdem die Erweiterungsoption für Schacht KONRAD aus dem Nationalen Entsorgungsprogramm der Bundesregierung (NaPro) gestrichen wurde, gibt es Zoff zwischen der „Kommission Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe“ und dem Bundesumweltministerium (BMUB) in Berlin. Dies bestätigte der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Linke) bei einem Besuch diese Woche in Salzgitter. Zdebel, der selber in der Kommission sitzt, traf sich hier mit Akteuren des „Aktionsbündnisses“ (Stadt Salzgitter, AG Schacht KONRAD, IG Metall Salzgitter-Peine und Landvolk), das die Einwendungskampagne zum NaPro federführend initiiert hatte, zum Gedankenaustausch und um seinerseits über den aktuellen Sachstand und die Stimmung in der Kommission in Bezug auf Schacht KONRAD zu berichten.

Die Diskussion um das NaPro sei in der Kommission nicht vorgesehen gewesen, so Zdebel. "Sie seien nicht die Kommission zur Bewertung des NaPro", soll Michael Sailer, Leiter der Arbeitsgruppe 3 der Kommission gesagt haben. Jener Gruppe, der die Aufgabe obliegt, Entscheidungskriterien zu einem Standort für hochradioaktive Stoffe zu erarbeiten. Nun da KONRAD als Option für den „Assemüll“, das abgereicherte Uran aus Gronau und weitere nicht hochaktive Atommüllpartien erstmal rausfällt, sieht das NaPro nur noch eine Option für diese Müllchargen vor: Die Einlager-Variante. Das hieße, dieser Müll würde gemeinsam mit dem hochaktiven an einen Lagerstandort verbracht werden. Das BMUB hat der Arbeitsgruppe 3 nun den Auftrag erteilt, Kriterien für diese Variante zu prüfen. Doch die Arbeitsgruppe weist den „Schwarzen Peter“ zurück, da diese Abfälle ob ihrer Zusammensetzung und ihres Volumens viel komplexere Anforderungen erfüllen müssten als die hochradioaktiven.

Eine weitere mögliche Option, etwa der Bau eines dritten Lagers, ist im NaPro nicht vorgesehen und darüber werde in Berlin auch nicht gerne gesprochen, so die Einschätzung von Zdebel. Dabei machte Ursula Schönberger von der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD in dem Gespräch noch einmal deutlich, dass es egal sei, ob es zu einer Einlager-Lösung käme oder ein dritter Standort gesucht werde, der den neusten Anforderungen von Wissenschaft und Technik entspräche, gegenüber dem Standort KONRAD, mit seinen unzureichenden Standards, die aus den 1980er Jahren stammen, würde  eine eklatante Gerechtigkeitslücke entstehen. Schon alleine das mache ein Festhalten an Schacht KONRAD fragwürdig. 

Die Kommission setzt sich aus Fachleuten zusammen, die in der Hauptsache aus der Atomenergiebranche kommen und aus Laien aus Politik, Kirche usw. Atomkritische Wissenschaftler seien nicht benannt worden, kritisierte Zdebel . Und was die Laien betrifft, diesen werde zunehmend deutlich, dass das Desaster mit dem Atommüll weit schwerwiegendere Fragen aufwirft, als sie zu Beginn ihrer Arbeit angenommen hätten.

 
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