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Sonntag, 18. Februar 2018
Fachgespräch zur mangelhaften Drainage in ASSE II
Fachgespräch in Wolfenbüttel - Aktuelle Probleme mit den geplanten Verfüllmaßnahmen und der Drainage im Rahmen der Rückholung des Atommülls
(Mo.,09-11-15/CS) Geologe Ralf Krupp warnt vor Durchfeuchten der Atommüllfässer - Bei einem Fachgespräch zur internen Meinungsbildung mit 17 TeilnehmerInnen am 05.11.15 in Wolfenbüttel, zu dem die Arbeitsgemeinschaft zusammen mit der Bürgeraktion Sichere ASSE (BASA) eingeladen hatte, hat Ralf Krupp auf die nach wie vor mangelhafte Drainage hingewiesen. Aus aktuellen Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hat die AGO (Arbeitsgruppe Optionenvergleich und zugleich wissenschaftliches Beratungsgremium der Begleitgruppe), ermittelt, dass die Laugenpegel der Einlagerungskammer 10 deutlich höher als das Sohlenniveau stehen. Die Lauge staue sich offenbar in der Kammer auf.

Geologe Ralf Krupp
Das stehe aber im Widerspruch zu der Annahme des BfS, dass die Drainage über die benachbarte Kammer 9 erfolge. In der Folge würden die Atommüllfässer in Lauge stehen, undicht werden und radioaktive Gase bilden, die in die Abwetter gelangen würden. Die Rückholung würde erheblich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht.

Ralf Krupp sieht das bisher vom BfS verfolgte "Topf-Konzept" (die Abdichtung der Kammern mit Atommüll nach allen Seiten, so dass erst gar keine Lauge an den Atommüll gelangt), als gescheitert an. Er plädiert für eine effektive Drainage, auch bei den Kammern, die bereits verfüllt wurden. Es gäbe aber einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ein Vorschlag für eine Drainage einer Begleitstrecke im Sinne von Ralf Krupp läge zurzeit bei der Leitung des BfS zur Prüfung. Diese Frage und das Ergebnis dieser Prüfung werde vermutlich auf der nächsten (öffentlichen) Sitzung der ASSE II-Begleitgruppe am 04.12.15 behandelt werden.

Auffallend war, dass mehrere Teilnehmer des Fachgesprächs in der Vorstellungsrunde betonten, dass sie durch die öffentliche Auseinandersetzung zwischen den Mitgliedern der Begleitgruppe zunehmend genervt seien. An der inhaltlichen Arbeit seien sie aber nach wie vor interessiert und würden deshalb derartige Veranstaltungen begrüßen.

 
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