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Mobile Atomaufsicht – Vorglühen auf das nächste Jahr

Fackelzug
(Sa., 12.12.2015 UT) Fackeln sprühen im Wind. Dass Widerstand kein Schön-Wetter-Ereignis ist, bekamen die DemonstrantInnen empfindlich zu spüren, die sich trotz Regen, Wind und Kälte zur letzten „Mobilen Atomaufsicht“ in diesem Jahr zum Schacht KONRAD aufgemacht hatten. Kundgebung vor dem Schacht. Widerstand lohnt sich, darüber waren sich Wolfram Skorczyk (Stadt Salzgitter), Auke Tiekstra (IG Metall), Ulrich Löhr (Landvolk) und Ursula Schönberger für die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD einig. Und immerhin boten über hundert Leute, die ihre Fackeln durch die Kälte trugen und vierzehn Trecker, ein eindrucksvolles Bild.

Widerstand lohnt sich, darüber waren sich Auke Tiekstra (IG Metall), Ulrich Löhr (Landvolk), Wolfram Skorczyk (Stadt Salzgitter) und Ursula Schönberger für die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD einig. (v.l.)
Sturmfest und regionalverwachsen nannte Skorczyk dieses ungewöhnliche Aktionsbündnis, dass mal eben in vier Wochen  70 000 Unterschriften gesammelt hat und damit eine Debatte angezettelt hat, die auch Berlin nicht überhören konnte. „Wir sind der erste Arbeiter- und Bauernrat der funktioniert“, zitierte der Bauer Löhr seinen Arbeiter- und Aktionskollegen Wolfgang Räschke. Im letzten Jahr standen hier alle unter Schock, doch alle hätten zusammen gestanden und eine Aktion auf die Beine gestellt, die ihres Gleichen suche. „Wir werden nicht ruhen, bis KONRAD im Museum der Irrwege zu besichtigen ist“, so Löhr.

Auke Tiekstra mahnte für den Umgang mit Atommüll höchste Sicherheitsstandards an. Die Verantwortlichen kämen ihm vor, wie ein Kind, das aufräumen soll und alles unter das Bett kehrt, damit es schneller zum Spielen kann. Das letzte Jahr habe gezeigt, dass der Widerstand um KONRAD keineswegs erkaltet sei.

Auch Ursula Schönberger kritisierte veraltete und überkommene Sicherheitsmaßstäbe, die für Schacht KONRAD immer noch als gesetzt gelten. Die Probebohrungen, die aktuell in der ASSE vorgenommen werden, zeigten, dass alles anders aussieht, als die Verantwortlichen vermutet hätten. Für KONRAD seien solche Untersuchungen nicht einmal angedacht, stattdessen ziehe sich die Bundesregierung auf die gerichtliche Genehmigung zurück.

 Fackeln sprühen im Wind
Angesprochen wurde auch eine gemeinsame Resolution, die von der Stadt Salzgitter auf den Weg gebracht wurde, mit dem Ziel KONRAD auf den Prüfstand zu stellen. Diese Resolution steht gegenwärtig auf den Tagesordnungen der umliegenden Stadt- und Kreisräte, soll vor Weihnachten verabschiedet werden und Bundesumweltministerin Hendricks bei Ihrem Besuch am 19. Januar 2016 überreicht werden - als Zeugnis dafür - dass nicht nur die unmittelbare Salzgitter-Region gegen Schacht KONRAD aufsteht, sondern das gesamte Braunschweiger Land. Zu diesem Besuch wird es eine große Aktion geben, zu der die Bündnispartner gemeinsam aufrufen. Denn das Jahresentfackeln, so Ulrich Löhr, ist erstmal nur „ein Vorglühen“, für die Aktionen, die für 2016 geplant sind.

Zum Pläne schmieden, gab es im Anschluss an die Kundgebung, traditionell bei Glühwein und Würstchen am Vereinsheim vom FC Germania in Bleckenstedt, Gelegenheit.

mehr Fotos im flickr- Album

Termine und Aktionen zum Hinkommen, Mitvorbereiten, Mitmachen

Montag, 19. Januar 2016. Besuch von Frau Hendricks in Salzgitter. Gespräch mit Frau Hendricks in der Kulturscheune in Salzgitter-Lebenstedt 15.00 – 16.30 Uhr.

Die Kundgebung beginnt vor der Kulturscheune um 14.30 Uhr. Damit der Widerstand sichtbar wird, wünschen wir uns eine große Beteiligung!

Sonntag, 24 April 2016. Frühstücksmeile auf der Industriestraße Nord. Anlässlich des 30. Jahrestages von Tschernobyl und des 5. Jahrestages von Fukushima soll auf die Atommüllprobleme in der Region aufmerksam gemacht werden. Unser Vorbereitungsteam könnte noch engagierte und kreative Verstärkung gebrauchen! Nächstes Vorbereitungstreffen: Donnerstag, 17.12.2015 um 18.30 Uhr, Raum RR 58.1, TU Braunschweig, Rebenring 58.

Donnerstag, 7. April 2016. Das Niedersächsische Umweltministerium lädt zu einem „Themenabend“ zu Schacht KONRAD in die Niedersächsische Vertretung nach Berlin ein. (Genaueres wird noch bekannt gegeben)

Mobile Atomaufsicht. Jeden 2. Freitag im Monat. Treffpunkt an der Schranke zu KONRAD I in Salzgitter Bleckenstedt.

 
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