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Dienstag, 21. November 2017
Stadt und Bündnispartner verlassen BfS-Workshop unter Protest
(Do 28-04-16 / KONPress) Ein unerwartet frühes Ende nahm der heutige Workshop des Bundesamtes für Strahlenschutz zum Thema „Überprüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen nach dem Stand von Wissenschaft und Technik für das Endlager Konrad (ÜsiKo)“ in Braunschweig für Vertreter der Stadt Salzgitter und des Bündnisses gegen Schacht KONRAD.

Nach der Einführung durch den Fachbereichsleiter Sicherheit Nuklearer Entsorgung Dr. JörgTietze, die mit der Frage endete „Wären Sie mit der vorgestellten Vorgehensweise für die Workshops so einverstanden?“ meldete sich der zuständige Fachbereichsleiter Wolfram Skorczyk als Vertreter der Stadt Salzgitter und des Bündnisses gegen Schacht KONRAD mit dem Wunsch eines kurzen Eingangsstatements.Entgegen der vorherigen Beteuerung, dass der Workshop für Transparenz und Offenheit sorgen soll, verweigerte Dr. Jörg Tietze das Verlesen der Erklärung.  Die vierköpfige Abordnung der Stadt Salzgitter und die zahlreichen Vertreter der Bündnispartner IG Metall Salzgitter-Peine, Landvolk Braunschweiger Land und Arbeitsgemeinschaft Schacht KONAD sowie des BUND sahen daraufhin keine Grundlage mehr für eine weitere Teilnahme an dem Workshop und verließen unter Protest den Saal. „Das war das Gegenteil von Offenheit und Transparenz. Bei einem solchen Closed-shop-Charakter hat unsere Teilnahme keinen Sinn“, begründete Skorczyk diese Entscheidung.  Auch die Vertreterin der Stadt Braunschweig schloss sich in Würdigung des gemeinsamen Appells der Region zur beabsichtigten Endlagerung von Atommüll in Schacht Konrad dem Auszug an.

Das Verhalten des Bundesamtes für Strahlenschutz während der Veranstaltung sei eine Enttäuschung gewesen, sagten Baudezernent Michael Tacke und Wolfram Skorczyk. Trotzdem hoffe die Stadt weiterhin auf einen offenen und konstruktiven Dialog mit dem BfS. „Wir sind auf jeden Fall dazu bereit“, so Michael Tacke. 

Info:  In ihrem Statement wollten die Vertreter der Stadt Salzgitter daran erinnern, dass sich inzwischen 27 Kommunen der Region einem Appell gegen ein Endlager im Schacht Konrad angeschlossen haben. Sie fordern einen Ausschluss einer Erweiterung von Schacht Konrad, eine Neubewertung der Eignung des Schachts als Endlager nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik, die Möglichkeit einer Rückholbarkeit des einzulagernden Atommülls und eine Überarbeitung der Transportstudie Konrad. All das finde aber offenbar nach den zugesandten Unterlagen keinen Eingang in den Workshop, so dass von Ergebnisoffenheit keine Rede sein könne. Deshalb werde sich die Stadt nur als aktive Zuhörerin beteiligen, aber vor Ort keine Bewertungen oder Einschätzungen abgeben. Dies werde allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt und unter fachlicher Beratung geschehen.  

Für Rückfragen:
Ludwig Wasmus (Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD) Tel: 05341 / 63123
Katja Mielcarek (Stadt Salzgitter) Tel: 05341 / 8393775

KOMMENTAR

Befürchtungen werden immer größer

Es  sollte doch so schön werden: Sammeln der Schwachpunkte, ein paar Verbesserungen hier, ein paar Zugeständnisse da und am liebsten natürlich die Einbindung der Kritiker und dann wird aus dem toten Gaul KONRAD der „Galopper des Jahres“. Nun ist diese Rechnung des BfS leider überhaupt nicht aufgegangen, schon der Versuch scheiterte. Vertreter der Arbeitsgemeinschaft und des Bündnisses Salzgitter gegen Schacht KONRAD waren zum Workshop des BfS angereist um die Veranstaltung durchaus wohlwollend zu beobachten. Eine völlig unsouveräne Art der Einführung in die Veranstaltung führte aber dazu, dass wir die Veranstaltung unter Protest verlassen mussten. Knackpunkt war der Wunsch der Stadt Salzgitter, vor dem Einstieg in die Arbeitsgruppenphase eine kurze Stellungnahme zu verlesen. Dies wurde trotz vorheriger Beteuerungen von Offenheit und Transparenz schlichtweg verweigert. Wenn die für die „Sicherheit nuklearer Entsorgung“ zuständigen Personen beim BfS schon bei protokollarischen Problemen derart konfus reagieren, wie sieht denn das Verhalten bei wirklichen Problemen aus? Unsere Befürchtungen in Sachen Sicherheit bei KONRAD sind seit heute jedenfalls größer denn je.

Ludwig Wasmus

 
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