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Mittwoch, 22. November 2017
Falsch deklarierter Atommüll aus Leese wartet auf KONRAD

(Mi., 25.05.16/UT) In der Niedersächsischen Sammelstelle für Atommüll in Leese (Landkreis Nienburg) ist wieder ein falsch deklariertes Atommüllfass gefunden worden. Bei der Überprüfung dieses korrodierten Fasses kamen anstelle schwach radioaktiven Zellstoffs aus der Medizin –  Beton, Holz und sogar Behälter mit Flüssigkeiten zum Vorschein. Dieses Fass wartet, wie rund 5000 andere darauf, in Schacht KONRAD eingelagert zu werden. Dabei ist zurzeit völlig unklar, ob der Planfeststellungsbeschluss für Schacht KONRAD die realen Inhalte der Fässer überhaupt abdecken würde.

Nicht auszudenken wenn KONRAD, wie ursprünglich vorgesehen, schon 1988 in Betrieb gegangen wäre. Die Fässer wären längst unwiderruflich im Bauch der alten Erzgrube verschwunden, ohne dass jemand eine Vorstellung davon hätte, was da wirklich vergraben wurde, geschweige denn, welche Reaktionen die Fässer dort auslösen könnten.

Der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel will nun die Begleitscheine aller Fässer in Leese untersuchen und einzelne Fässer öffnen lassen, zumal bereits seit 2013 Korrosionen und andere Schäden an den Fässern aufgefallen waren. Eine kostspielige Angelegenheit, denn die Bergung dieses einen Fasses hat bereits 30.000 Euro verschlungen. Minister Wenzel spricht auf einer Pressekonferenz von Milliardenschäden. Neben der Asse ein weiteres Atommülldebakel in Niedersachsen. Getragen werden müssen die Kosten wohl vom Steuerzahler.
Denn, so der Minister, etwaige Ansprüche gegen den Ablieferer seien längst verjährt.

Siehe auch Atommüllreport zum Standort Leese sowie diese Artikel bei der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS):

 

 
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