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Mittwoch, 16. August 2017
Sommerakademie: Atomares Erbe - Austausch junger WissenschaftlerInnen

(Mo., 07.08.2017/Ut) Schon die Teilnehmerliste ließ ein lebendiges Seminar erwarten. Zwanzig StudentInnen und DoktorandInnen aus Medizin, Umwelttechnik, Physik, Geografie, Forstwirtschaft, aus Politik, Philosophie und Anthropologie… Junge WissenschaftlerInnen der gesamten Bundesrepublik, sogar aus Ungarn, waren zu einer fünftägigen Sommerakademie in die Schünemannsche Mühle nach Wolfenbüttel gekommen, um sich über Details und Problematik radioaktiver Hinterlassenschaften kundig zu machen und auszutauschen. Veranstalter dieser Sommerakademie zum Thema „Atomares Erbe - Herausforderung für die nächste Generation“ waren Trägerkreis und fachlicher Beirat des Atommüllreports www.atommuellreport.de. Ihr Ziel: Sich explizit an die Generation zu wenden, die eine Hauptlast des atomaren Erbes zu tragen hat.

Dass diese jungen WissenschaftlerInnen die Herausforderung ernst nehmen, wurde in der Vorstellungsrunde sofort spürbar. Die meisten hatten bereits Vorkenntnisse oder Erfahrung auf dem Gebiet und wünschten sich, fachliche Details zu bekommen, aber auch Informationen zur gesellschaftlichen Debatte. Nicht zuletzt stand der Wunsch im Raum, sich untereinander auszutauschen. So schloss sich an den einleitenden historischen Abriss des Autors Bernward Janzing „Vision für die Tonne“ sofort eine lebhafte Diskussion an. Der 2. Tag war wissenschaftlichen Kriterien vorbehalten, etwa Strahlenarten und Risiken. Dr. Alex Rosen vom IPPNW (Ärzte gegen Atomkrieg) stellte Studien zu Krebsraten vor, auch Grenzwerte wurden diskutiert. Im Folgenden erläuterten Jürgen Kreusch und Wolfgang Neumann von der „Intac“ aus Hannover ungelöste Probleme der endgültigen Lagerung und die daraus resultierende Zwischenlagerproblematik.

Das Sommerseminar beinhaltete zwei Exkursionen - mit Einfahrten in die Bergwerke ASSE II und Schacht KONRAD - die für viel Diskussionsstoff sorgten. Ebenso der Beitrag von Peter Dickel zum Standortauswahlgesetz. Hier stellte sich schnell heraus: wenn alle Anforderungen, die das Gesetz vorschreibt, erfüllt werden, wird es niemals zu schaffen sein - wie vorgesehen - 2031 den Standort für ein sog. atomares Endlager zu benennen. Im letzten Beitrag des Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Wolfgang Irrek ging es schließlich um die Bezahlbarkeit der gesamten Atommüllentsorgung. Auch über Berufsaussichten in der „Atommüllbranche“ wurde gesprochen. Die Aussichten für junge kritische WissenschaftlerInnen seien hier nicht schlecht.

Einige AkademieteilnehmerInnen nutzten die Veranstaltung, um auch eigene Projekte und Erfahrungen vorzustellen. So regten zwei Beiträge zu Fukushima und Belarus sowie zu einem Uranabbau-Projekt in Tansania zu weiteren Diskussionen an. (Personen und Projekte werden demnächst vorgestellt!).

Überhaupt haben die Diskussionen gut funktioniert. Gespräche und Emotionen wurden mit in die Pause genommen. Mit der Frage: „Was machen wir jetzt damit?“, war auch der Wunsch da, in Kontakt zu bleiben. Fazit für den Trägerkreis: Die Sommerakademie war ein Pilotprojekt, um mit jungen und engagierten AkademikerInnen in einen Austausch zu kommen. Es spricht alles dafür, dass es kein Pilotprojekt bleibt.

 

neues deutschland: "Atomkritische Nachwuchsförderung - Sommerakademie geht ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit der Endlagersuche nach" 

atommüllreport: "Bericht von der Sommerakademie 2017" 

 
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