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Dienstag, 19. September 2017

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Nachlese zur Sommerakademie

(Do., 17.08.17/UT) Zwanzig junge Menschen, StudentInnen und DoktorantInnen nahmen Anfang August an der Sommerakademie „Atomares Erbe – Herausforderung für die nächste Generation“ in Wolfenbüttel teil. Einige haben mit Vorträgen und/oder Infoplakaten zu ihren eigenen Projekten und Aktivitäten die Sommerakademie bereichert.

Leben mit dem Gau
Katharina Ebinger studiert an der Universität in Friedrichshafen Politik, Verwaltung und Internationale Beziehungen. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied im BUND Baden-Württemberg. Bei ihrem Vortrag - einem Reisebericht zu Belarus (Weißrussland) und Japan - ging es keineswegs um Vergnügungsreisen, sondern vielmehr um einen „trinationalen Erfahrungsaustausch“ - subjektive Begegnungen - mit den Menschen, die unmittelbar von den Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima sowie den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki betroffen sind.

Im Mittelpunkt ihres Vortrages standen nicht Fakten und Zahlen, die sich überall nachlesen ließen, sondern um Emotionen. „Emotionen sind immer dabei“, sagte Ebinger, „wir müssen sie beachten, um uns im Austausch besser zu verstehen.“ Durch den Kontakt zu einer Bürgerinitiative in Rottweil, die Erholungen für Kinder aus den verstrahlten Gebieten organisiert, bot sich ihr die Gelegenheit, an Reisen nach Japan und Belarus teilzunehmen und sich mit Opfern der Katastrophen direkt vor Ort auszutauschen.

Japan
Hiroshima war ihre erste Station in Japan. Wer ein Hibakusha (Opfer des Atombombenabwurfes) ist oder einen Hibakusha in der Familie hat, verschweigt das am liebsten. Sie sind nicht angesehen, schämen sich, vielleicht weil sie genetische Schäden vererben könnten. Die Auseinandersetzung mit Atomenergie werde in Hiroshima abgespalten, erzählte Ebinger. Als sie 2014 dort war, habe sie mit Erstaunen festgestellt, dass sie hier kaum Sensibilität für Fukushima fand.

Fukushima ist geprägt von den BigBags an den Straßenrändern, die mit kontaminierter Erde gefüllt sind. Die Bewohner haben sich auf die Situation eingestellt, obwohl sich zum Teil schon Messmüdigkeit einstellt. Politik und Industrie versuchen den Widerstand runterzuhalten und üben Druck aus. Familien werden zerrissen, besonders wenn Mitglieder im AKW gearbeitet haben. Die Menschen sind traurig darüber, was mit ihrer Heimat passiert ist. Die Administration ist hoffnungslos überfordert. Nur eines hat sich nicht geändert: Zur Kirschblüte kommen Busladungen voller Menschen in die Fukushima-Region. Die Kirschblüte hat eine große Bedeutung in Japan.

Belarus
Katharina Ebinger besuchte Brest und Luninez. Luninez sei stärker verstrahlt als Brest. Doch auch hier werde die Gefahr runtergespielt. Der Begriff Tschernobyl sei aus dem offiziellen Wortschatz gestrichen. Unbequeme Äußerungen würden z. B. mit der Kündigung des Mitvertrages geahndet, und somit Existenzgrundlagen entzogen. Wer gegen Atomkraftwerke sei und sich für unabhängige Messungen einsetze, habe mit Repressalien zu rechnen. Man müsse sehr sensibel sein, weil es diese Abhängigkeiten gäbe, sagte Ebinger.

 
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