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Dienstag, 21. November 2017
Uranfabriken schließen, Atomkraftwerke abschalten, Brennstoff-Exporte stoppen

(Mi.,13.09.17/MN) Mit diesen Forderungen im Gepäck setzte sich am letzten Samstag der von der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD gecharterte Bus vom ZOB in Braunschweig in Bewegung nach Lingen zur internationalen Demo für einen sofortigen und weltweiten Atomausstieg. Alle stiegen noch etwas müde um 8 Uhr in den Bus; z.T. einfach auch geschafft von den vielfältigen Aktivitäten der letzten Wochen zum 30jährigen Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD. Das konnte der guten Laune "an Bord" aber nichts anhaben, auch die Regenwolken und eine eher "graue" Wetterprognose konnten diese nicht trüben.

Die Fenster des Busses wurden eilends mit Plakaten bestückt, so dass allen Vorbeifahrenden auf der Autobahn klar wurde, was Ziel und Zweck der Fahrt und Demo war. Im Bus wurden letzte Informationen zum Ablauf der Demo und zum Reiseziel "Atomstadt Lingen" mit ihren Atomanlagen gegeben - ein still gelegtes AKW, das sich im Rückbau befindet, ein Standortzwischenlager von 130 Castoren für abgebrannte Brennelemente, ein laufendes AKW, das täglich hochradioaktiven Abfälle produziert und eine Brennelementefabrik, die Brennelemente an deutsche AKW, an AKW in Belgien, Frankreich und weltweit liefert. Für jeden im Bus war klar; warum es wichtig ist, gemeinsam mit Atomkraftgegnern aus mehreren Ländern -Belgien, den Niederlanden und auch Aktivisten aus Russland, dem Niger und Tansania - gegen die weltweite Nutzung von Atomenergie und ihre fatalen Folgen für Mensch und Umwelt zu protestieren.




Mit unserem Protest wollen wir die Finger in die Wunden legen, so Kerstin Rudeck von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg bei der Eröffnung der Kundgebung am Lingener Bahnhof. Heidi Kuhnert vom Trägerkreis für die Demo weiß als Bewohnerin der Region, dass die Katastrophenschutzpläne nicht ausreichend sind und „dass die Atomanlagen in der Region in geringem Maße Arbeitsplätze schaffen und in hohem Maße die Gesundheit der Menschen gefährden.“ „Die Atomkonzerne scheinen sich in der Region unbeobachtet zu fühlen, aber heute bei der Demo ist es anders. Wir sind da und protestieren“, so Heidi Kuhnert.

Die Gäste aus Afrika informierten mit eindringlichen Worten über den Uranabbau in ihren Heimatländern. Almoustapha Alhacen, einer der diesjährigen Preisträger des „Nuclear Free Future Award“ bekräftigt den Protest der Demo- Teilnehmer, dass die Brennelementefabrik in Lingen und die Urananreicherungsanlage in Gronau die Atomwelt am Laufen hält. Die Abfälle aus dem Uranbergbau liegen in der Sahara. „Bei uns ist das Verbrechen bereits begangen worden." Er hält die weltweite Organisation und Protestbewegung für notwendig, denn die Nutzung der Atomkraft ist, so Alhacen, „ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Die beiden Redner aus Tansania schlossen sich dem in ihren Redebeiträgen an und fordern daher, dass das Uran im Boden bleibt - leave the uranium in the ground. Denn der Uranabbau ist der erste Schritt in der nuklearen Brennstoffkette; die letzten Schritte wie die Herstellung von Brennelementen und deren Einsatz in z.T. maroden AKW findet hier in Deutschland und Europa statt.

Und der allerletzte Schritt, wie die Unmengen an radioaktiven Abfällen sicher verwahrt werden können, wird noch unzählige Generationen über schier unermessliche Jahrhunderte beschäftigen. Das wissen auch die angereisten Aktiven aus der Region Braunschweig - dem Weltatomerbe Braunschweiger Land.

Pressemitteilung Lingen Bündnis 09.09.2017 | weitere Infos, Redebeiträge, Presseartikel http://weltweit.nirgendwo.info/demo/

Einige Redebeiträge als Video bei youtube...

 

 
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