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Freitag, 25. Mai 2018
Traue niemals der Atomlobby! -

Lubmin wird Zwischenlager für bundesdeutschen Atommüll

(22-05-08 / U.S.) Obwohl bei der Genehmigung anders versprochen, darf im Zwischenlager in Lubmin (Greifswald) künftig auch Müll aus der ganzen Bundesrepublik gelagert werden. 

Lorenz Caffier, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied der CDU (DDR) seit 1979 gab am 19. Mai die Genehmigung dafür. Das Zwischenlager in Lubmin wurde Mitte der 90er Jahre für die Abrissabfälle aus den DDR-Kraftwerken in Greifswald und Rheinsberg errichtet. Die Genehmigung des Zwischenlagers wurde damals von den politischen Zusagen begleitet, dass kein Müll aus Westdeutschland nach Lubmin gebracht werden würde. Caffier erklärte, er habe das Zwischenlager genehmigt, weil sonst 4,7 Mio. Euro Schadenersatzzahlungen an den Betreiber Energiewerke Nord (EWN) auf das Land zugekommen wären. Denn diese  hätten seiner Meinung nach einen Rechtsanspruch auf die Genehmigung gehabt. Pikant an der Behauptung: Der einziger Gesellschafter der EWN ist das Bundesfinanzministerium. 

Die Stillegung und der Rückbau von Rheinsberg und Lubmin wird zusammen mit den Endlagerkosten bis 2035 rund 3,2 Milliarden Euro kosten. Bezahlt wird dies mit Steuergeldern. 

 

Kommentar

Trau niemals den Zusagen von Politikern oder Betreibern, dass die Einlagerung von Atommüll in einem genehmigten Lager begrenzt werden würde!

Ich war damals selbst auf dem Erörterungstermin zur Genehmigung des Zwischenlagers in Lubmin - im Winter, in der Kälte, anfangs ohne Heizung. Antragsteller Energiewerke Nord - Genehmigungsbehörden:Innenministerium Meckelnburg-Vorpommern und das Bundesamt für Strahlenschutz!

Neben anderen Kritikpunkte war ein wichtiger Einwand der KritikerInnen, dass das Zwischenlager viel zu groß dimensioniert sei und dass deshalb die Vermutung nahe liege, dass auch eines Tages Müll aus anderen Anlagen eingelagert werden könnte. Sowohl der Antragsteller als auch die Genehmigungsbehörde wischten diesen Einwand vom Tisch. Die BürgerInnen könnten ganz beruhigt sein, das Zwischenlager werde auf jeden Fall nur den Müll aus den beiden DDR-Kraftwerken aufnehmen. Das wären nur wieder einmal die bösen Unterstellungen der Atomkraftgegner. Da würde man dann schon die entsprechenden Festlegungen in die Genehmigung heineinschreiben.

10 Jahre später ist diese Zusage keinen Pfifferling mehr wert. Mit einem Federstrich wurde die Genehmigung eben erweitert. Da sehen wir, worauf wir uns bei KONRAD einstellen können. Wird das Lager erst einmal in Betrieb genommen, so wird auch eines Tages Atommüll aus dem Ausland eingelagert werden.

Ursula Schönberger 

 
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