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Samstag, 26. Mai 2018
Sigmar Gabriel will Endlager-GegnerInnen endlagern

(30.10.08/Di) Begleitet von Aktionen hat am Donnerstag in Berlin ein  Endlager-Symposium begonnen, zu dem Bundesumweltminister Gabriel geladen hat. Im Vorfeld hatten Gabriel und sein BfS-Präsident König zu einem „nationalen Dialog“ und offener Diskussion aufgerufen und für ihr Konzept einer neuen Standortsuche geworben. In seiner Eröffnungsrede blies Gabriel dann aber zum Generalangriff auf die Endlager-Kritik und forderte, die Endlager-Gegner endzulagern. 

[BMU-Seite zum Symposium] (Programm, Pressseinfo, Sicherheitsanforderungen)

Die Veranstaltung endet am Samstag, mit der Verkündigung eines Entwurfes für „deutsche Sicherheitsanforderungen an eine sichere Endlagerung", sozusagen als dramatischem Höhepunkt der Veranstaltung. Mit diesen neuen „Sicherheitsanforderungen“ sollen Konsequenzen aus dem Scheitern der „Entsorgung“ gezogen werden. Kritiker halten dies für mehr als fragwürdig, und es ist symptomatisch, das das Scheitern von ASSE II und Morsleben auf dem Symposium keine Rolle spielen sollen. Auf diese Erfahrungen weisen allerdings auch in Berlin die KritikerInnen hin, die mehr als die Hälfte der 300 TagungsteilnehmerInnen stellen. Die Endlager-Standorte beteiligen sich gemeinsam mit Beiträgen, Informationsangeboten und Aktionen. So fanden am Donnerstag vor dem Tagungshaus „Probebohrungen“ statt, wie vor wenigen Wochen schon einmal in Hamburg. Heute Mittag um 13.30 Uhr findet eine eigene Pressekonferenz der KritikerInnen statt. [Einladung

Zwei fundamentalistische Strömungen machte Bundesumweltminister Gabriel in seiner Eröffnungsrede aus, erstens diejenigen, die weiterhin auf Atomenergie setzen und Gorleben wollen und zweitens diejenigen, die sich weiterhin gegen jedes Endlager wehren. Beide müssten als erstes endgelagert werden.

„Wir haben mit Schacht Konrad ein sicheres Endlager“, so Gabriel weiter, der sich im letzten Bundestagswahlkampf noch vehement gegen KONRAD gewandt hatte. Jetzt müsse ein Lager für hochaktiven Müll gefunden werden. Auch die Gegner müssten hierfür Kompromisse machen. Dafür soll es ein Auswahlverfahren geben. Andere Standorte als Gorleben kämen aber überhaupt nur dann in Betracht, wenn es dort deutliche Sicherheitsvorteile gäbe. Schließlich seien in Gorleben schon 1,4 Mrd. € verbaut.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion  diskutierten Prof. Hans Diefenbacher (Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für Umweltfragen, FEST Heidelberg), Dr. Walter Hohlefelder (Deutsches Atomforum), Wolfram König (Bundesamt für Strahlenschutz), Wolfgang Ehmke, Hamburg (Vertreter der Bürgerinitiativen), Prof.Dr.Dr. Günter Altner, Berlin (Biologe) und Jörg Gantzer (Vertreter des Landkreises Waldshut) über „Die Endlagerung im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen“. Sehr viel näher gekommen sei man sich dabei ja nicht gerade, resümierte Moderatorin Ellinor von Kauffungen die Veranstaltung.

 

 

[Fotos:  Heinz Eckel 31.10.2008 01:39-> Indymedia ]

 
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