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Freitag, 23. Februar 2018
Gelder für Yucca Mountain sollen gestrichen werden

Es sollte das erste Atommüll-Endlager für hochradioaktive Abfälle werden: Yucca Mountain im Bundesstaat Nevada. Gegen alle Sicherheitsbedenken entschied die Bush-Administration im Jahr 2002 dass das Lager errichtet und 2010 in Betrieb gehen soll. Bisher wurden neun Millarden Dollar in das Projekt investiert. Nun sieht der Haushaltsentwurf der Obama-Regierung eine weitgehende Streichung der weiteren Gelder für das Projekt vor.

Yucca Mountain, etwa 150 Kilometer nordwestlich von Las Vegas, wurde nicht wegen besonderer geologischer Geeignetheit ausgewählt - im Gegenteil: Das Basalt-Gestein hat keine abschirmende Wirkung, die "Sicherheit" sollte allein durch die Behälter gewährleistet werden. Zudem handelt es sich um ein Erdbebengebiet, allein in den letzten 20 Jahren wurden mehr als 600 Erdbeben registriert. Ein Beben hat sogar die Außenstelle des US-Energieministeriums mit einem Laborgebäude zerstört. Auch eine Wiederkehr des Vulkanismus wird nicht ausgeschlossen. Dies alles hinderte die Regierung nicht daran, das Projekt weiter zu verfolgen. Damit es trotzdem passt wurden 2001 spezielle Yucca Mountain-Richtlinien für Sicherheitsstandards bei der Atommülllagerung erlassen.

Yucca Mountain wurde ausgewählt, weil in der Wüste kaum Menschen leben. Dass das geplante Lager im Stammesgebiet der Shoshonen liegt, die sich seit Jahrzehnten dagegen wehren, interessierte die Regierung nicht. Auch der Bundesstaat Nevada hatte gegen das Projekt geklagt. Das Gericht gab ihm 2004 Recht, dass die Bush-Regierung gegen geltendes Recht die Sicherheitsempfehlungen von Experten der National Academy of Sciences nicht berücksichtigt habe. Die abgegebene Sicherheitsgarantie für 10.000 Jahre sei nicht genug. Gleichzeitig stellte es jedoch fest, dass die politische Entscheidung für das Projekt gerichtlich nicht anfechtbar sei. Werden die Gelder im Haushalt jetzt tatsächlich gestrichen, gibt es neue Hoffnung für Nevada und die dort lebenden Menschen.

 

 
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