Home arrow Aktuelles arrow Baustopp bei finnischem AKW
Sonntag, 27. Mai 2018
Baustopp bei finnischem AKW

(13-05-09 / U.S.) Am gestrigen Dienstag hat die finnische Aufsichtsbehörde Teile der Bauarbeite am AKW Olkiluoto gestoppt. An den Röhren für das Reaktor-Kühlwasser wurden Risse an Schweißnähten festgestellt. Die Behörde verlangt nun einen Nachweis, dass es sich dabei nicht um Materialfehler handelt. Ähnliche Fehler bei Schweißnähten sind bereits mehrfach entdeckt worden.

Der Bau des neuen Reaktortyps EPR in Finnland ist eine Abfolge von Mängeln am Betonfundament, am Sicherheitsbehälter und nun am Kühlwasserkreislauf. Ende Juli 2008 brach auf der Baustelle ein Feuer aus das erheblichen Schaden an der äußeren und inneren Hülle des Reaktorgebäudes anrichtete.

Erbauer von Olkiluoto ist Areva, eine gemeinsame Tochter von Siemens und Framatome. Areva sicherte dem finnischen Staat einen Fixpreis von 3 Milliarden Euro, eine Errichtungszeit von nur 57 Monaten, eine 90%ige Verfügbarkeit, einen Wirkungsgrad von 36%, eine Lebenszeit von 60 Jahren und einen um 15% verringerten Uranverbrauch zu. Als zusätzliche Rückversicherung verpflichten sich westeuropäische Stromversorger zur Abnahme von teurem finnischem Atomstrom. Bereits im ersten Baujahr kam es jedoch zu erheblichen Verzögerungen.

Inzwischen ist klar, dass der Reaktor nicht 2009 sondern erst 2011 oder gar 2012 fertiggestellt sein wird. Auch die Kosten sind bisher eineinhalb mal so hoch wie ursprünglich veranschlagt.  Klar dass der Streit zwischen dem Auftraggeber, der finnischen TVO und dem Auftragnehmer, der französichen Areva darüber, wer die Mehrkosten zu tragen hat,  in vollem Gange ist.

Dass die Konstruktionsprobleme beim EPR kein finnisches Problem sind zeigt der zweite Bau des neuen EPR-Reaktors im französischen Flamanville. Auch hier wurde letztes Jahr ein Baustopp verhängt. Grund: Probleme mit dem Beton und den Schweißnähten. 

.

 
< zurück   weiter >