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Donnerstag, 24. Mai 2018
Weißrussische Neubaupläne rücken in weite Ferne

(03-06-09 / U.S.) Noch vor kurzem hatte der weißrussische Präsident vollmundig angekündigt, das erste Atomkraftwerk in Weißrussland zu bauen. Nun scheinen die Pläne an der katastrophalen Situation der weißrussischen Staatsfinanzen zu zerplatzen. Zwar hat Weißrussland diese Woche einen Kredit in Russland über neun Millarden US-Dollar für den Neubau beantragt. Die Bewilligung scheint jedoch äußerst zweifelhaft.

Kurz vor Weihnachten 2008 entschied eine Regierungskommission, in Ostrowez nahe der weißrussichen-litauischen Grenze, ein AKW errichten zu wollen. Der erste Reaktorblock sollte 2016, der zweite 2018 in Betrieb gehen. Doch Weißrussland steht vor dem Staatsbankrott. Eine Finanzierung durch westliche Kreditgeber ist schon allein auf Grund der poltiischen Lage in Weißrussland unwahrscheinlich, von der ökonomischen Lage ganz zu schweigen. Und so beantragte die weißrussische Regierung das Geld in Russland. Eine völlig paradoxe Aktion übrigens, wird das Projekt innenpolitisch doch damit begründet, dass man eine größere Unabhängigkeit von Rußland brauche.

Doch auch Russland ist von der gegenwärtigen Finanzkrise stark betroffen. Das eigene, ambitionierte atomare Ausbauprogramm steht zur Zeit selbst in Frage. In solchen Zeiten wird man vorsichtiger mit der Kreditvergabe. Und so hat der russische Finanzminister für einen allgemeinen Überbrückungskredit zur Überwindung der Finanzkrise in Weißrussland von dem Nachbarland im Gegenzug Wirtschaftsreformen verlangt. Anlass für Lukaschenko, der russischen Regierung vorzuwerfen sich "wie der vom Westen bezahlte Abschaum der Opposition" in Minsk zu verhalten. Der diplomatische Ton zwischen Rußland und Weißrussland ist rauh geworden. Keine gute Voraussetzung für einen 9-Milliarden-Kredit.

 
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