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Sonntag, 27. Mai 2018
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Fachgruppe ASSE
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ASSE- Machnwache
 jeden 1. Montag im Monat

Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe

Kommt die Rückholung oder doch die Flutung? Diese Frage kann heute niemand seriös beantworten. Dafür ist einerseits die langfristige Stabilität des Bergwerks zu wenig prognostizierbar und andererseits wirken an der Umsetzung auch Personen mit, die einer Rückholung skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. Mit der sogenannten „Lex ASSE“ - einer Ergänzung des Atomgesetzes, die am 24.04.13 in Kraft trat - werden Möglich-keiten zur Beschleunigung der Rückholung geschaffen; gleichzeitig heißt es aber auch einschränkend: „Nach derzeitigem Kenntnisstand über die Schachtanlage ASSE II können die Schutzziele nur durch die Rückholung der Abfälle eingehalten werden.“ weiterlesen ...

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„Asse II: Rückholung ist machbar, Herr Nachbar!“

Dr. Hoffmann, H. Judith, U. Kleber
(Foto: M. Boos)
Unter diesem Titel hatte die BürgerAktionSichereAsse für Dienstag, den 16. Juni zu ihrer ersten Informations­veranstaltung in das Herrenhaus in Sickte eingeladen. Im vollbesetzten Rittersaal stellte Heiko Judith zunächst die neugründete Bürgerinitiative vor. Ihr Ziel ist es, in regelmäßigen Abständen Informationsveranstaltungen zum Thema Asse durchzuführen und Aktionen in der Nachfolge der Lichterkette vorzubereiten. Anlass für die nächste Aktion ist der Treck 2009, wenn eine große Treckerkolonne aus dem Wendland über Schacht Konrad und die Asse zur großen Anti-Atom-Demonstration am 5. September nach Berlin fährt. Auf dieser Tour wird der Treck am 1. September Station in Sickte machen und soll vor der Weiterfahrt zu einer großen Kaffeetafel auf dem Marktplatz in Sickte eingeladen werden.

Wie eng die Probleme der Asse als derzeitig einziges Atommülllager und die Frage der Atompolitik zusammenhängen, wurde aus den beiden folgenden Vorträgen deutlich. Frau Dr. Ursula Kleber, langjährige Mitstreiterin der Aktion atommüllfreie Asse(AAA) und Mitglied der Asse-Begleitgruppe berichtete über den derzeitigen Stand der Arbeiten in der Asse, nachdem das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) neuer Betreiber der Asse ist. Die Referentin registrierte einerseits eine deutlich bessere Kommunikation zwischen den jetzigen Betreibern und den Bürgerinitiativen als vorher, berichtete andererseits aber auch über das sehr zähflüssige Genehmigungsverfahren zwischen dem BfS und den beteiligten Behörden bei der Firstspaltverfüllung, die zur Stabilisierung des Bergwerks schnell und dringend notwendig ist. Drei Optionen (Handlungsmöglichkeiten) zur Schließung der Asse werden derzeit untersucht: 1. Umlagerung des Atommülls in eine Tiefe von 1100 Metern; 2. Rückholung des des Atom­mülls in verschiedenen Varianten; 3. Komplettverfüllung der Asse mit Beton. Erste Er­geb­nisse sollen der Asse-Begleitgruppe Ende Juli dieses Jahres mitgeteilt werden.

Der anschließende Vortrag von Dr.-Ing. Frank Hoffmann beschäftigte sich mit der Frage, wie die Rückholung des Atommülls aus der Asse realisiert werden kann. In dem außerordentlich informativen Vortrag untersuchte der Referent, Spezialist für komplexen Anlagenbau,  im ersten Teil seines Vortrags, welche Kriterien für die vollständige Rückholung des Atommülls entwickelt werden müssen und wie ein Optionenvergleich vorbereitet werden sollte. Im zweiten Teil wurde eine technische Lösung für eine Totalrückholung aller kontaminierten Stoffe vorgestellt. Dazu wurde gezeigt, welche Planungsarbeiten notwendig sind und welche Möglichkeiten der Rückholung, der Verpackung und des Weitertransports in die Überlegungen einbezogen werden müssen. Der dargestellte Zeitplan ergab, dass bis 2017die Rückholung aller in der Asse liegenden Gebinde möglich ist, aber nur, wenn diese Option sehr zügig, professionell und ohne Kompetenzgerangel in Angriff genommen wird. In der sich anschließenden Diskussion stellte sich dann die Frage, wohin der Assemüll gebracht werden kann, nachdem Schacht Konrad aus genehmigungs­rechtlichen Gründen derzeit nicht dafür in Frage kommt. Möglicherweise muss man Abschied von der Vorstellung nehmen, dass man Atommüll „endlagern“ kann und sich an den Gedanken gewöhnen, dass man diesen radioaktiven Müll nur unter höchsten Sicherheitsauflagen kontrollierbar und jederzeit auch verlagerbar verwahren kann. Auf dem Hintergrund dieser immensen Problematik der nicht gelösten Atommülllagerung, erscheinen die gegenwärtigen Bemühungen der Atomindustrie um die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Atomanlagen (wie Krümmel) und die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen unverständlich.

Wer über die Veranstaltungen und Aktionen der BASA informiert werden wollen, kann sich per Mail an Heiko Judith wenden: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 

 
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