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Dienstag, 21. November 2017
2009: so wenig Atomstrom wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr
Diplomökonom Raimund Kamm, Augsburg vom Vorstand Vorstand des Vereins FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. gegen den Betrieb des Atommüll-Lagers am AKW Gundremmingen
Gute Zahlen zum Jahresende 2009:  In Deutschland Rekordrückgang der CO2-Emissionen und so wenig Atomstrom wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Boom beim Strom aus Solar- und Biomasseanlagen. Große Versäumnisse und somit auch Potenziale bei der Verbesserung der Energieeffizienz.
In einer Medienerklärung bilanziert der Diplomökonom Raimund Kamm, Augsburg vom Vorstand des Vereins FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. gegen den Betrieb des Atommüll-Lagers am AKW Gundremmingen die aktuellen Zahlen.

2009 sanken in Deutschland die von uns Menschen verursachten CO2-Emissionen um fast 9 Prozent, von etwa 834 auf 760 Millionen Tonnen. Dies ist insbesondere die Folge des starken Rückgangs der Produktion in Zement-, Stahl- und Kraftwerken, wie die ersten Zahlen für das Jahr 2009 der AG Energiebilanzen e.V. und ihres Experten Dr. Hans-Joachim Ziesing (Berlin) zeigen. Die CO2-Emissionen sind stärker als der Energieverbrauch gesunken, weil die Erneuerbaren Energien immer mehr Anteile des Energiebedarfs decken.

Atomstromproduktion auf Tiefstand

Im Jahr 2009 schrumpfte infolge vieler störungs- und altersbedingter AKW-Stillstände (Biblis, Brunsbüttel, Krümmel) die Stromerzeugung mit Atomkraft um fast 10 Prozent auf 134,5 Milliarden Kilowattstunden. Damit lagen Atomstromerzeugung wie auch die Atommüllproduktion in Deutschland so niedrig wie zuletzt vor einem Vierteljahrhundert. Dennoch hat Deutschland im Jahr 2009 erheblich mehr Strom exportiert als importiert. Der Stromexportüberschuss macht rund 14 Milliarden Kilowattstunden aus, etwa so viel wie zwei mittlere AKW à la Brunsbüttel im Jahr erzeugen können.

Der Anteil der Erneuerbaren Energien stieg, obwohl sowohl die Wasser- wie die Windkraft witterungsbedingt weniger Strom erzeugt haben. In diesem Jahr boomte die Stromerzeugung mit Photovoltaik wie auch mit Biomasse und Biogas. Schon gut 16 Prozent unseres Stromverbrauchs werden aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Noch im Jahr 1993 hatten die Stromkonzerne behauptet, auch langfristig könnten regenerative Energien in Deutschland nicht mehr als 4 Prozent unseres Stromverbrauchs decken.

Schwachpunkt Energieeffizienz erfordert politisches Handeln

Die Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die Energieproduktivität, also die Produktion je Energieeinheit, auch im Jahr 2009 nur um 1,7 Prozent gestiegen ist. Eigentlich sollte dank immer besserer Technik und Verfahren, jedes Jahr die Energieeffizienz um etwa drei Prozent steigen. Die Techniken zur Steigerung der Energieproduktivität sind vorhanden und werden von Jahr zu Jahr verbessert. Jedoch ist Energie entgegen vieler Propagandaaussagen immer noch so billig, dass zu wenige in der produzierenden Wirtschaft wie im Privathaushalt motiviert sind, Energie effizienter einzusetzen.

 
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