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Montag, 23. Oktober 2017
Aktion OkerwASSEr

Aktion OkerwASSEr am 14. August 2010 in Braunschweig: Mit Leuchtstäbchen wird der Transport radioaktiver Stoffe über die Oker simuliert. Foto: U. JacobPrael)
(Braunschweig/15-08-2010/Di) Samstag Abend in Braunschweig machten AtomkraftgernerInnen die Probe auf’s Exempel und setzten an der Oker-Brücke Museumsstraße Strahler in der Oker aus. Ein unabhängiger Beitrag zum Braunschweiger Lichtparcours, aber auch ein Versuch mit ernstem Hintergrund.

Merkwürdig war es schon, als um 20.45 Uhr drei große Kartons mit Plastikflaschen von der Brücke in die Oker entleert wurden.

Aktion OkerwASSEr am 14. August 2010 in Braunschweig: Leuchtstäbchen in Plastikflaschen simulieren radioaktive Stoffe, die aus der ASSE II ausgetreten sind.
Wilde Entsorgung? Nicht direkt, aber zusammen hängt es damit natürlich schon. Es ging um die Frage, was passiert, wenn radioaktive Stoffe aus der ASSE II in die Oker gelangen. Dazu waren Plastik-Flaschen mit bunten Leuchtstäben gefüllt worden und wurden nun in der Mitte der Oker ausgesetzt. Es dauerte etwas mehr als eine Stunde, bis die Strahler den Weg zur Brücke an der Jasperallee zurückgelegt hatten. Zum Zuschauen ist das ganz schön lang, nicht jedoch wenn man bedenkt, dass hier Stoffe simuliert wurden, die eigentlich 1.000.000 Jahre an einem Ort fest gebunden liegen sollten. Viele der Strahler drifteten zur rechten Uferböschung und mußten von eigens eingesetzten Strahlenschutz-Booten zurückgetrieben werden. Strahler die zum linken Ufer drifteten konnten von Interessierten mit Keschern herausgefischt werden. Ein typisches Problem, insbesondere bei Gewässern mit geringer Fließgeschindigkeit: Radioaktive Stoffe bleiben in Uferböschungen hängen, lagern sich einstweilen ab und reichern sich an. Eine gefährliche „Zwischenlagerung” der etwas anderen Art.

Reges Publikumsinteresse bei der Aktion OkerwASSEr am 14. August 2010 in Braunschweig
Karte: Sind radioaktive Stoffe erst aus ASSE II ausgetreten, gibt es sehr einfache Wasserwegsamkeiten nach Braunschweig
Zahlreiche Interessierte verfolgten den Versuch und auch das abendlich Oker-Publikum zeigte sich interessiert und engagiert. Sollte es statt der bisher nur angekündigten Rückholung des Atommülls doch zu einer Flutung der ASSE II kommen, erläuterten die InitiatorInnen, drohe nach einer Untersuchung des Geologen Dr. Ralf Krupp bereits nach wenigen Jahrzehnten die Freisetzung von strahlenbelastetem Wasser: „Aus der Asse versickert und verdriftet es dann überwiegend unterirdisch und über Nebenflüsschen auch in die Oker. Sichtbar wie die leuchtenden Flaschen bei dieser Aktion käme die lebensbedrohliche Fracht allerdings nicht nach Braunschweig”, heißt es im Flyer zur Aktion.

Dabei sei Asse nur ein Problem von vielen, hieß es weiter mit Verweis auf z.B. den radioaktiven Staub – eine vergessene Altlast der Tschernobyl-Katastrophe – der derzeit durch Waldbrände in Rußland erneut aufgewirbelt wird und sich in der Atmosphäre ausbreitet: „Diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzten, aber eines ist klar: Der Betrieb von Atomkraftwerken und andern Atomanlagen ist unverantwortlich.” Klar, dass dann auch der Verweis auf die Demonstration am 18. September in Berlin nicht fehlen durfte.

Spät am Abend dann noch ein Besuch einer von Anliegern wegen wilder Entsorgung alarmierten Polizeistreife. Die war nun nicht auf der Suche nach den Verantwortlichen des ASSE-Desasters, sondern wollte wissen, wer hier verantwortlich sei. Klare Antwort aus dem Publikum: „Wir alle, Sie auch.” Und dabei blieb es.

Um 23.00 Uhr waren alle Strahler aus der Oker gefischt und die experimental Aktion OkerwASSEr für's erste beendet.

Siehe auch Fotobericht auf
www.unser-braunschweig.de

Treffen von
Anti-Atom-Braunschweig:

jeden 1. und 3. Montag im Monat
ASTA TU Braunschweig; [Stadtplan]

 
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Aktion OkerwASSEr am 14. August 2010 in Braunschweig: Mit Leuchtstäbchen wird der Transport radioaktiver Stoffe über die Oker simuliert. Foto: U. JacobPrael)
(Fotos: JacobPrael / Dickel)
 
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