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Sonntag, 18. Februar 2018
KONRAD: Inbetriebnahme verzögert sich weiter

(Fr.,08-06-2012/Di) Die Bevölkerung hatte der Niedersächsische Umweltminister Birkner nicht auf dem Plan, als er Journalisten für diesen Donnerstag in den Schacht KONRAD einlud, um zu erklären, dass dort alles nach Plan laufe. „Wir kommen mit Treckern“, antwortete Antonia Uthe aus Berel kurz und bündig, als Sie davon erfuhr. Rund 50 Menschen mit zehn Treckern beteiligten sich dann am Empfang des Minister.

Ursula Schönberger von der Arbeitsgemeinschaft zeigt dem Minister die Grenzen

Käpt'n Blaubärs erzählt . . .
Erwartungsgemäß konnte Birkner angesichts seines Pressetrosses die Menschen vor KONRAD nicht gänzlich ignorieren und ließ sich fast 45 Minuten auf einen Wortwechsel ein. Ein Gespräch habe man das nun allerdings nicht gerade nennen können, meinte Antonia Uthe anschließend, den eigendlich habe Birkner selbst keine persönliche Meinung gehabt, sondern nur die Texte aufgesagt, die von Befahrungen und aus der Öffentlichkeitsarbeit des Betreibers hinlänglich bekannt sind. Die spulte Birkner dann auch auf der nachmittäglichen Pressekonferenz ab: Bei KONRAD sei alles im grünen Bereich, der Zug sei auf's Gleis gesetzt und nicht mehr zu stoppen, usw. Zurückhaltend verhielten sich Birkner und BfS-Vize Nöthel bezüglich des Mülls aus ASSE II. In mehrfacher Hinsicht vermintes Terrain. Denn die Einlagerung des ASSE-Mülls ist durch die KONRAD-Genehmigung nicht abgedeckt. Nicht volumenmässig, denn das Einlagerungsvolumen ließe sich beliebig erweitern, sondern aufgrund der für KONRAD gemachten Sicherheitsannahmen. Dies zuzugeben hieße aber auch, zugleich zuzugeben, dass KONRAD längst nicht mehr die Probleme des in Deutschland anfallenden konradgängigen Atommülls lösen kann. Auch Abfälle aus der Urananreicherung in Gronau oder die Abfälle aus dem gescheiterten Forschungsreaktor in Jülich lassen sich in der bisherigen Planung nicht wirklich verorten sondern vagabundieren derzeit ziellos durch die Gegend.
Lediglich die Salzgitter Zeitung brachte ein Meldung, auf die wir seit geraumer Zeit warten. Hieß es 2007 noch, KONRAD solle 2013 in Betrieb gehen, wurde daraus bald 2014 und zuletzt 2019. In letzter Zeit war die Sprachregelung „frühestens 2019“ und seit gestern: KONRAD sei 2019 betriebsbereit und könne dann nach einer Erprobungsphase 2024 in Betrieb gehen. Damit wären dann zwischen Idee und Inbetriebnahme schlappe 50 Jahre ins Land gegangen. Das 2024 aber das Ende der Fahnenstange ist, ist angesichts der Probleme, offenen Fragen und Kontroversen hinter den Kulissen, kaum zu anzunehmen.

Viele TeilnehmerInnen äußerten sich selbst gegenüber dem Minister und der Presse.

 

 
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