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Mittwoch, 22. November 2017
Reichlich Gemeinsamkeiten zwischen ASSE II und KONRAD

Dr. Krupp (Mitte) bei einer Pressekonferenz am 31. Mai zur ASSE II
(Do., 14-06-2012/Di) Widersprochen hat jetzt der Geochemiker Dr. Ralf Krupp Äußerungen des Niedersächsischen Umweltministers Birkner, es gäbe in Schacht KONRAD keine mit ASSE II vergleichbaren Probleme. Mit 16,3 Kubilmetern pro Tag dringe mehr hoch salzhaltiges Grundwasser in KONRAD ein als derzeit in die Asse. KONRAD werde daher nach seiner Schließung ebenfalls ersaufen.

Das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad sei zwar seit 2007 als Endlager für nicht Wärme entwickelnden Atommüll rechtskräftig genehmigt. „Nach den Erfahrungen mit der Asse sollte Konrad trotzdem nicht in Betrieb gehen“, meint Krupp und erläutert: „Die Abfälle werden nach Wasserzutritt genauso wie in der Asse unter Gasbildung korrodieren, und Radionuklide in Lösung gehen. Aufgrund des größeren Abfallvolumens und des kleineren Grubenhohlraums in Schacht Konrad werden aber mehr Gase und höhere Gasdrücke entstehen. Die über dem Endlager Konrad befindlichen und vermeintlich als geologische Barriere wirksamen Tonschichten der Unterkreide wurden durch zahlreiche Bohrungen auf Eisenerz, Öl- und Gas durchlöchert. Weitgehende Analogien zwischen Konrad und Asse bestehen auch hinsichtlich der Wissenschaftler und Behörden, die für die Befürwortung der jeweiligen Bergwerke als Endlager verantwortlich waren. Die Politik wäre daher gut beraten, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und auch für die schwach- und mittelaktiven Abfälle ein neues und diesmal geeignetes Endlager einzurichten.“

Dr. Krupp bezog sich damit auf Äußerungen, die der Niedersächsische Umweltminister Birkner und BfS-Vize Nöthel bei einer Presseveranstaltung vergangene Woche in Salzgitter gemacht hatten. Birkner wird mit den Worten zitiert, statt eines ausgehöhlten Salzstockes habe man mit KONRAD ein ehemaliges Eisenerzbergwerk vor sich, „in dem man keinerlei Probleme mit eindringendem Wasser habe“.

 
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