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Samstag, 26. Mai 2018
Ein BISSchen besser informiert: Kein Atommüll im Wohngebiet !

Thuner_idyll
(AS/26.07.12) Braunschweig als Stadt der Wissenschaft sollte eigentlich Hoffnung ausstrahlen statt Radioaktivität; im Stadtteil Thune und den angrenzenden Dörfern sieht das allerdings ganz anders aus. Die Menschen dort leben im unmittelbaren Nahbereich der Firma Eckert & Ziegler (EZN), die mit radioaktiven Substanzen hantiert und dabei – das ist den offiziellen behördlichen Prüfberichten zu entnehmen – bereits im Normalbetrieb stärker strahlt als ein Atomkraftwerk. Diese Firma will sich auf 16000 m3 angrenzendem Gelände erweitern; Firmenchef Dr. Andreas Eckert lässt Aktionären gegenüber verlauten, ganz groß in den Abbau der AKWs einsteigen zu wollen, in Braunschweig spricht er dagegen von einem „Modernisierungsbau“.

Die aktuelle Bautätigkeit auf dem Gelände ist offenbar mit Fliesenlegen verbunden
Vorläufig wurden diese Pläne durch eine Veränderungssperre des Stadtrates auf Eis gelegt, aber EZN hat bereits einen Antrag auf Ausnahme von dieser Regelung gestellt: wie es heißt, um Bürocontainer aufzustellen. Die BISS befürchtet ein Räumchen-wechsle-dich-Spiel; EZN hat nämlich 2011 einen Großauftrag an Land gezogen, der schließlich irgendwo abgearbeitet werden muss. In diesem Zusammenhang ist es beunruhigend, dass seit einigen Wochen von der BISS dokumentierte Bautätigkeiten (Trockenbau, Fliesenleger) auf dem Gelände stattfinden, die der Verwaltung offenbar nicht bekannt gegeben wurden.

Neu angelieferte Fässer werden unter freiem Himmel per Geigerzähler überprüft
Die Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig (BISS), seit kurzem e.V., gegründet 2011, fand jedoch rasch heraus: Selbst der bestehende Betrieb ist nicht harmlos! Inzwischen hat eine private Erhebung der BISS ergeben, dass sich seit Bestehen der Nuklearfirmen auf dem Gelände (1971) das Geschlechterverhältnis der Neugeborenen zu Ungunsten der Mädchen verschoben hat – ein Effekt, der auch von anderen Atomanlagen bekannt ist und ebenfalls nach Atombombentests sowie nach Tschernobyl zu verzeichnen war. Das heißt: Ganz offenbar hat bereits die jetzt bestehende Niedrigstrahlung der Firma Auswirkungen auf den menschlichen Gen-Pool. Obwohl damit glücklicherweise nichts über ein potentielles Erkrankungsrisiko ausgesagt ist, kann jetzt niemand mehr leugnen: Eine Erweiterung EZNs am Standort Thune, am Rande eines Wohngebietes und in Sichtweite eines Schulzentrums, das demnächst um eine Kinderkrippe und ein Jugendzentrum erweitert werden soll, ist absolut unverantwortlich!

Die BISS wird weiter für größtmögliche Sicherheit des Standortes kämpfen, aktuell zum Beispiel mit einem von uns erarbeiteten alternativen Bebauungsplan und mit einer für September geplanten Reihe von Informationsabenden, mit Geländebeobachtung, Strahlungsmessung und vielem mehr. Wer uns unterstützen möchte: Unsere Treffen sind für jeden offen und finden in der Regel alle zwei Wochen Dienstags ab 19.00 Uhr im Gemeinschaftshaus Wenden, Veltenhöfer Str. 3, statt. BISSt Du dabei?
alle Infos www.biss-braunschweig.de

siehe auch Braunschweig-Spiegel

Offener Brief des Schulelternrates des Lessinggymnasiums Braunschweig (Juli 2012)
Eckert&Ziegler: Neubau geplant für die Aufarbeitung von Atommüll für Schacht Konrad
(Jan. 2012)

Braunschweiger Zeitung (Juli 2012)
Leserforum zu Eckert & Ziegler - Fronten bleiben verhärtet (Audio zum Nachhören)

Pause in der Exxon-Einfahrt zwischen Thune und Harxbüttel
Gefahrguttransport mit normalem PKW wirkt verharmlosend

 
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