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Eine "Strahlenschutztablette" gibt es nicht

Moderator Hartmut Heinz mit Ärztin Angelika Claußen
(Do.,28-02-13/LW) Über die Probleme des Katastrophenschutzes nach nuklearen Störfällen referierte die Ärztin Angelika Claußen am Mittwoch bei einer Veranstaltung des IPPNW in Braunschweig. Vor vierzig Gästen berichtete sie über die Situation in Fukushima, über zögerliche und nicht ausreichende Evakuierung, über Vertuschung der wirklichen Ausmaße der Verseuchung, sowie über die Verteilung des verstrahlten Mülls über ganz Japan.

Das auch in Mitteleuropa eine ähnliche Katastrophe ganz und gar unbeherrschbar wäre wurde mit einem Blick auf die Situation in Deutschland deutlich. Die Schutzpläne ignorieren eine mögliche längerfristige Freisetzung von radioaktiven Stoffen, wechselnde Windrichtungen die die radioaktive Wolke weitertragen, sind nicht berücksichtigt, Evakuierungszonen wären zu gering bemessen.

Fazit der IPPNW-Veranstaltung
Deutschland ist auf eine große Evakuierung nicht vorbereitet, der Katastrophenschutz hoffnungslos überfordert. Da bleibt dann nur die gute alte Jodtablette, doch wie kommt man dran und vor was schützt sie überhaupt? Diese und andere Fragen wurden im Anschluss an den Vortrag unter der Moderation von Hartmut Heinz erläutert. Es gibt in Deutschland hochdosierte Jodtabletten nach wie vor nur in einem 10 km- bis höchsten 25 km- Umkreis um ein AKW. Die viel beschworene Jodtablette müsste vor Ankunft der radioaktiven Wolke eingenommen werden und schützt auch nur gegen das freigesetzte radioaktive Jod 131 und nicht gegen die Vielzahl der anderen radioaktiven Stoffe.

Mehr Infos: Katastrophenschutz - Veraltet und überfordert
 
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