Home arrow Aktuelles arrow EON- Hauptversammlung: Kritische Aktionäre forderten Verantwortung für Atommülllagerung
Donnerstag, 16. August 2018
EON- Hauptversammlung: Kritische Aktionäre forderten Verantwortung für Atommülllagerung
Dr. Michaela Sohn
(Fr. 17-05-2013 / Di) Unangenehme Fragen zur Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt stellten kritische Aktionäre auch in diesem Jahr wieder bei der Hauptver- sammlung des Energierie­sen EON am 3. Mai in der Gruga­halle in Essen. Mit von der Partie war in diesem Jahr auch Dr. Michaela Sohn (Foto) für die Arbeitsgemein­schaft. Sie wollte wissen, was EON angesichts der Probleme mit Schacht KONRAD denn jetzt mit seinem Atom­müll machen wolle und ob es für EON nicht billiger und zudem gesellschaftlich verträglicher wäre, auf KONRAD gleich ganz zu verzichten.

Die Grugahalle war mit um die 1000 AktionärInnen gefüllt, aber ca. 2/3 der Fragen stellten eine Gruppe von etwa 20 kritischen Aktionären. Massiv kritisierte der Verein urgewald e.V. und Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Mün­sterland, Duisburg, Bielefeld und Salzgitter vor AktionärInnen und Vorstand die zerstörerische Geschäfts­po­litik von EON. Im Blickpunkt standen dabei vor allem die Urananreicherung und Zentrifugenherstellung in Gronau und Jülich, die Atommüllla­ge­rung in Ahaus, die Atommüllkonditionierung in Duisburg, die Endlagerprojekte Schacht Konrad und Gorleben, der Betrieb des AKW Grohnde sowie die Uranmülllagerung in Russland. Mit ihnen waren ausländische Gäste aus den USA, Kolumbien und aus Russland da. Sie berichteten von gewaltigen Umweltzer­störungen und von Vergiftungen des Bodens aus den Regionen, aus denen EON seine Kohle bezieht.

EON ist am Betrieb von sechs Atomkraftwerken beteiligt, Haupteignerin der Gesellschaft für Nuklearser­vice (GNS) und diese wiederum ist maßgeblich an der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endla­gern für Abfallstoffe (DBE) mit Sitz in Peine beteiligt. EON verdient also nicht nur an der Produktion von Atommüll, sondern will auch noch am Geschäft mit dem Atommüll verdienen. Aus beiden Gründen ist also die Frage berechtigt, wie es denn nun mit KONRAD aussieht. Die DBE als Operator geht von einer Inbetriebnahme nicht vor 2024 aus und verweist auf immer neue Probleme, das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber behauptet immer noch 2019 sei möglich. Der EON Vorstandsvorsitzende, Herr Theyssen, setzt auf die Aussage des Bundesamtes und sieht keinen Einfluss der GNS bei der Verzögerung. Der Atommüll, der durch den Abriss von Atomkraftwerken entsteht, soll vor Ort verpackt werden. Auf die Einwände von Michaela Sohn, KONRAD sei ein vergleichbar marodes Alt-Bergwerk wie ASSE II und wie EON denn sehenden Auges die gleichen Fehler wie bei der Asse wiederholen könne, winkte der Vorstand ab. Zum einen sei die Geologie nicht vergleichbar (was ja auch niemand behauptet). Zum anderen wäre Konrad als Endlager genehmigt (!) und somit habe EON keine Veran­las­sung in irgendeiner Weise Verantwortung zu übernehmen. Die Entsorgungsrücklagen belaufen sich im Ge­schäftsbericht auf etwa 6000 Mio. €. Ob das reicht, die nächsten 40.000 Generationen vor der Vergiftung durch strahlenden Müll zu schützen? Wohl kaum.

Weitere Berichte und Fotos: [umweltFAIRaendern.de] [urgewald]

 

Foto: Urgewalt

 
< zurück   weiter >