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Mittwoch, 20. Juni 2018
Landesregierung bestellt Jodtabletten
(Fr, 19.08.16/SW) In Nordrhein-Westfalen stehen keine Atomkraftwerke, doch die Sorge um die Folgen eines Reaktorunfalls ist hier besonders groß. Eine Pannenserie in den belgischen Atommeilern Doel in der Nähe von Antwerpen und Tihange, das etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt liegt, beunruhigt jetzt auch das Innenministerium des bevölkerungsreichen Bundeslandes. Anfang August hat das Land auf eigene Kosten einen Vorrat von 21 Millionen Tabletten geordert, der im Herbst an die Katastrophenschutzämter verteilt werden soll. Die Erfahrungen aus dem Reaktorunfall von Fukushima im Jahr 2011 haben ergeben, dass entgegen früherer Annahmen die Gabe von Kaliumjodid auch für Anwohner über einen Radius von über 100 km davor schützen kann, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse festsetzt und dort Krebs auslösen kann. Den neuen Empfehlungen zufolge sollen Jodtabletten jetzt für alle Schwangeren, Stillenden und Minderjährigen bundesweit vorrätig gehalten werden. Zuvor galt die Empfehlung nur für jene in einem 100-Kilometer-Radius um Atomkraftwerke. Darüber hinaus werden in diesem Nahbereich alle bis zu 45-Jährigen in die Prophylaxe einbezogen.

Ärzte, Heilpraktiker, Kirchen und Umweltschützer stehen der Prophylaxe skeptisch gegenüber. Die Einnahme von Jodtabletten müsse zu einem exakt vorhersehbaren Zeitpunkt erfolgen und schütze lediglich davor, dass sich Jod 131 in der Schilddrüse einlagere. Gegen alle anderen radioaktiven Isotope und ihre Folgeerkrankungen helfen die Tabletten mitnichten. Der einzig wirksame Schutz für Millionen von Menschen ist die Abschaltung der Atomanlagen und in ihrer logischen Konsequenz auch der Stopp der Brennelemete-Versorgung durch die deutschen Atomanlagen in Lingen und Gronau!

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, mobilisiert ein breites Bündnis von Atominitiativen zu einer Großdemonstration in Lingen. Unter dem Motto „Atomkraftwerken jetzt den Saft abdrehen! Brennstoffversorgung aus Lingen und Gronau stoppen!“ werden wir am 29.10. gemeinsam demonstrieren und die Bundesregierung durch öffentlichen Druck dazu bewegen, dem Rechtsgutachten von Frau Dr. Cornelia Ziehm zu folgen und den nach deutschem Atomrecht möglicherweise illegalen Export atomarer Brennstoffe nach Belgien und Frankreich zu stoppen und die deutschen Atomfabriken zu schließen

Save the date: Samstag, 29. Oktober 2016 jetzt im Kalender rot anstreichen und dann den Atomkraftwerken endgültig den Saft abdrehen!



 
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