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Sonntag, 19. August 2018
Besuch von der Jungendwerkstatt und des Projekts Durchstarten

Jugendwerkstatt zu Besuch bei der AG Schacht Konrad
(Di., 13.02.18/Ut) Bleckenstedt. Die Bushaltestelle vor dem KONRAD-Haus. Zwanzig junge Menschen der Jugendwerkstatt und des Projekts Durchstarten der Volkshochschule Braunschweig entstiegen letzten Freitag dem Bus der Linie 620, um sich bei uns über das geplante Atommülllager Schacht KONRAD zu informieren. Wir von der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD freuen uns immer über Leute, die nicht nur Info-Konrad - das Eventangebot der Betreiberbehörde - nutzen und in den Schacht einfahren, sondern auch in der Bleckenstedter Straße vorbeischauen, um bei uns einen kritischen Blick auf die Dinge zu bekommen.

Vortrag im Gemeindehaus
Für uns Aktive der Arbeitsgemeinschaft, die wir in Sachen Atommüll alle ehrenamtlich unterwegs sind, ist es nicht immer leicht, tagsüber Besuchergruppen zu empfangen, doch an diesem Freitag waren wir sogar zu dritt im angrenzenden Gemeindehaus vertreten, so dass unser Expertentum sich gut ergänzte: zu geologischen Verhältnissen, die nicht so sicher sind wie die Betreiberbehörde glauben machen möchte; zu Radionukliden, die durch Abluft und Abwässer an die Oberfläche gelangen; zur Aktivität dieser Stoffe, die keineswegs so harmlos sind wie ihr Attribut „vernachlässigbar wärmeentwicklend“ suggeriert; die durch Wasser und Luft in den lebenden Organismus gelangen, sich in Organen anreichen und zu Krebs, genetischen Schäden usw. führen können und zu Atomtransporten, die auf der verkehrsreichen Strecke durch das Industriegebiet Salzgitter rollen und in schwere Unfälle verwickelt werden können. Dabei sind die betroffenen Kommunen nicht einmal katastrophenschutzmäßig ausgerüstet.

SchülerInnen im Konrad-Haus
Ein Teil der Gruppe war vor ein paar Wochen bereits in KONRAD eingefahren und erfuhr nun, dass viele Situationen, die von der Betreiberbehörde immer als sicher oder harmlos simuliert werden, doch gar nicht so sicher und harmlos sind. Schnell hatten unsere Gäste viele Fragen und Anregungen. Eine junge Frauen schlug vor, einen Infotisch in Braunschweig zu machen, Unterschriften zu sammeln, damit die Kommunen für den Katastrophenfall ausgerüstet und ausgebildet werden. Eine gute Idee, zumindest um das Problem so in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Einwand eines männlichen Besuchers, man müsse mindestens zwanzig Jahre warten mit der Einlagerung, vielleicht gäbe es bis dahin eine bessere Lösung, spiegelt seine Skepsis zum KONRAD-Projekt wider. Er hat ja Recht, doch zwanzig Jahre würden kaum ausreichen, vor allem aber müssten die Verantwortlichen sich überhaupt für eine sichere Verwahrung dieses weniger aktiven Atommülls interessieren.

Nach der Diskussion wurde noch unser „Heiligstes“ das KONRAD-Haus besichtigt, danach ging es für unsere Gäste per Linie 620 zurück nach Braunschweig. Für uns bleibt die Hoffnung, dass wir den einen oder die andere wiedersehen, vielleicht bei der nächsten Demo?

 
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