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Mittwoch, 20. Juni 2018
Warum wir zur Demo nach Lingen fahren!
(Do, 24.05.18/MN) Demo am Samstag, den 9.Juni in der Atomstadt Lingen. Es gibt zahlreiche Gründe und Anlässe gegen Atomanalgen aktiv zu sein - Umweltzerstörungen beim Uranabbau, dem mehrere hunderttausend Jahre strahlenden Müll oder die Gefahren eines Super-Gaus bzw. die Erinnerung an bisherige Atomkatastrophen. Warum nun gerade eine Demonstration mal wieder oder schon wieder in Lingen: In der Atomstadt Lingen gibt es neben dem stillgelegten AKW Lingen I und einem Standortzwischenlager das in Betrieb befindliche AKW Emsland und die Brennelementefabrik.

Ein kurzer Abriss zur aktuellen Situation der Atomanlagen in Lingen:

1. Das AKW Lingen I ist nach einem Störfall seit 1979 stillgelegt und das Genehmigungsverfahren für den Rückbau seit langem im Gange. Beim Rückbau atomarer Anlagen wird häufig versucht, durch intransparente Vorgehensweisen bestehende Sicherheitsverfügungen zu umgehen. So kommt es dann auch dazu, dass kontaminierte Materialien so lange gestreckt werden bis diese offiziell den zugelassenen Strahlengrenzwerten entsprechen und vermeintlich keine Gefahr mehr bergen. So gelangen radioaktive Stoffe wieder in Umlauf, als Straßenbaumaterial, auf Hausmülldeponien oder im Stahlrecycling.

2. Das AKW Emsland soll nach jetziger Rechtslage 2022 vom Netz genommen werden. Der Betrieb des Kraftwerks stellt ein nicht kontrollierbares Risiko dar und produziert täglich hochradioaktiven Müll. Im Oktober 2013 musste der Meiler aufgrund eines Störfalls vom Netz. Eine Katastrophenschutzübung von 2014 verdeutlicht, dass sämtliche offiziellen Stellen im Falle eines Unfalls gnadenlos überfordert wären und der Schutz der Bevölkerung nicht gewährleistet wäre. Ab dem 25. Mai ist Revision im AKW mit Brennelemente-Wechsel angesetzt. 2400 Arbeitsaufträge sind in der Revision abzuarbeiten - das spricht eine deutliche Sprache über ein AKW, das inzwischen 30 Jahre alt und damit deutlich in die Jahre gekommen ist.

3. Das Standortzwischenlager wurde im Dezember 2002 auf dem Gelände des Kraftwerks Emsland Lingen in Betrieb genommen. Hier werden abgebrannte Brennelemente in Castor-Behältern zwischengelagert. Das Zwischenlager hat eine Kapazität für 130 Behälter mit einem Schwermetallgewicht von 1250 Tonnen.

4. In der Brennelementefabrik werden Brennelemente für den weltweiten Betrieb von Atomkraftwerken gefertigt. Die Fabrik verarbeitet dafür angereichertes Uran beispielsweise aus der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau. Im sogenannten Atomausstieg bis 2022 ist die Anlage nicht enthalten, obwohl sie rund 10% des Weltmarktes versorgt und eines der größten Drehkreuze für Atomtransporte darstellt: Von hier kommen und gehen wöchentlich LKW-Transporte mit radioaktiver Ladung. So werden nach wie vor regelmäßig Brennelemente aus Lingen nach Belgien für die maroden AKWs Doel und Tihange geliefert.

Wir sind der Meinung, dass dies Gründe genug sind, um auch aus der Region Braunschweig nach Lingen zu fahren und sich der Demo und ihren Forderungen anzuschließen. Das dritte Jahr in Folge unterstützen wir die Lingen-Demo und sind dabei. Atomrisiko jetzt beenden! AKW abschalten - 30 Jahre sind 30 Jahre zu viel!

Diesmal fahren wir mit dem Zug - gemeinsam mit dem Niedersachsenticket. Wir treffen uns am Samstag, den 9. Juni um 8 Uhr am Braunschweiger Hauptbahnhof am Fahrkartenschalter (Erkennungszeichen: Atomkraft NEIN DANKE-Fahne - NA KLAR!!!). Zurück geht es dann 18 Uhr, so, dass wir dann um 21:41 wieder in Braunschweig sind. Aufstehen - mitfahren - Protest unterstützen!

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Wir werden bis zum 9. Juni weitere Infos zur anstehenden Revision des AKWs Emsland, zum Protest und Ablauf der Demo zusammenstellen und auf unserer Homepage veröffentlichen.

 
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