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Montag, 19. November 2018
Mobile Atomaufsicht - Den Widerstand verschärfen!
(Mo., 03.09.2018/UT) Eine giftgrüne Wolke schwebt über einer Menschenmenge an Schacht KONRAD I, vermischt sich mit Bratwurstduft und Anti-Atom-Musik aus der Anlage. Gut achtzig KONRAD-GegnerInnen waren letzten Freitagnachmittag zur nunmehr 21. Mobilen Atomaufsicht gekommen. Veranstalter dieses Mal die IG Metall Salzgitter-Peine. Das Motto: „Die Betreiber verbrennen weiter unser Geld, deshalb grillen wir für Euch am Schacht.“ Politische Themen: Das unbeirrte Festhalten des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies (SPD) am Atomprojekt KONRAD und der Aufruf zum Anti-Atom-Treck am 20. Oktober von Salzgitter nach Peine.

Die Mobile Atomaufsicht war gleichzeitig Abschluss eines Bildungsurlaubes, des sog. KONRAD-Seminars, das die IG Metall Peine Salzgitter zweimal im Jahr veranstaltet. „Es sind alle Teilnehmer gekommen“, Carsten Kawka, einer der beiden Leiter des Seminars, deutete auf eine Gruppe. Die meisten von ihnen tragen neongelbe KONRAD-Stoppen-Westen. „Auch aus dem letzten Seminar sind wieder welche dabei“, freute sich Kawka. Kein Bildungsurlaub zum Relaxen, wie einige Teilnehmer am Mikrophon versicherten, zwar hätten sie von KONRAD schon gehört, doch durch den Bildungsurlaub sei ihnen die Brisanz dieses Atomprojekts, erst richtig klar geworden.

Empörung über das eindeutige „Pro-KONRAD-Bekenntnis“, das Umweltminister Lies am 8. August bei seinem Besuch in Salzgitter abgegeben hat, war bei allen DemonstantInnen hier oben an KONRAD I zu hören. Lies, der keinen Hehl daraus macht, dass er lieber Wirtschaftsminister geblieben wäre, stellte sich mit diesem Bekenntnis gegen einen Landtagsbeschluss seiner eigenen Partei, der eine Neubewertung für KONRAD und die Möglichkeit der Rückholbarkeit des Atommülls fordert.

Eine Rolle rückwärts in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts sei das, schimpfte Kai Uwe Richter, der zweite Seminarleiter. In der KONRAD-ASSE-Region leben und arbeiten über eine Million Menschen, 25.000 Arbeitsplätze wären direkt von KONRAD betroffen. „Wir müssen unseren Widerstand verschärfen“, rief er und weiß auch schon wie. Z.B. durch Mitmachen beim Anti-Atom-Treck an 20. Oktober 2018. Eine Großaktion gegen die Atompolitik der Bundesregierung, initiiert von der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD und von etlichen Gewerkschafts- und Umweltverbänden unterstützt. Hinter dem Motto ASSE leerräumen - KONRAD aufgeben steht die Forderung, endlich den leichtsinnigen Umgang mit Atommüll aufzugeben. Am Ende entrollten junge IG-Metaller ein Banner für diesen Treck, der im Kreativteil des KONRAD-Seminars entstanden war. Darüber waberten giftgrüne Rauchschwaden in den blauen Himmel, wie ein Unheil bringender Flaschengeist, dem es Einhalt zu bieten gilt.

 

Mobile Atomaufsicht am Schacht Konrad regional38 mit Bilderstrecke

 

 

 
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