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Freitag, 17. August 2018
Langsam reicht's !

Skandal-Reaktor Krümmel nach Schnellabschaltung am Samstag, dem 4. Juli 2009 erneut vom Netz.

(04-07-09) Nach einer Schnellabschaltung ist der Skandalreaktor Krümmel bei Geesthacht am Samstag Mittag erneut ausgefallen. In Hamburg fielen ca. 1500 der 1800 Ampelanlagen aus, in Einkaufszentren, sowie in Stahl- und Alu-Betrieben kam es zu Störungen. Nach einem Transformatorbrand am 28. Juni 2007 hatte der Reaktor zwei Jahre stillgestanden und war nach umfänglichen Prüfungen, Reperaturen und Nachbesserungen erst am 19. Juni 2009 wieder in Betrieb genommen worden. Der wurde allerdings schon nach 4 Tagen  wegen erneuten Störungen wieder unterbrochen und der Reaktor lief seither nur mit reduzierter Leistung. Statt den für nächste Woche angekündigten Volllastbetrieb anzusteuern, schaltete sich der Reaktor heute selber aus.

Am Freitag, dem 3. Juli hatten rd. 200 Menschen mit einer Mahnwache und Blockadeaktionen die Stillegung des Reaktors gefordert, der bundesweit v.a. wg. der Leukämiefälle in seiner Umgebung Schlagzeilen gemacht hatte. Jan Becker vom unabhängigen Netzwerk contrAtom, das gemeinsam mit Robin Wood und anderen zu den Aktionen aufgerufen hatte, forderte die schleswig-holsteinische Sozialministerin Trauernicht auf, jetzt zu handeln und Vattenfall sofort die Betriebslizenz für alle AKWs entziehen. Möglich ist dies z.B. dann, wenn sich ein Betreiber als nicht zu verlässig erweist. Becker: "Die Öffentlichkeit wird offensichtlich belogen und betrogen! Vattenfall behauptete, ein komplett überholtes Atomkraftwerk ans Netz zu bringen, nun dieser schwere Störfall!"Auch RobinWood und Greenpeace forderten Konsequenzen.

Sozialministerin Trauernicht erklärte, sie habe umgehend mit dem Chef von Vattenfall-Europe telefoniert und eine erneute Zuverlässigkeitsprüfung des Betreibers veranlasst: "Das Unternehmen hat die Verantwortung für einen sicheren Betrieb des Kernkraftwerks. Vattenfall ist jetzt in der Pflicht, weitreichende Konsequenzen aus dem jüngsten Störfall zu ziehen. Dies habe ich Vattenfall-Europe-Chef Hatakka unmissverständlich deutlich gemacht."

KritikerInnen betonten indes die Verantwortung der Politik, dem Spuk ein Ende zu machen und den Reaktor endgültig still zu legen.

Mehr Infos und stets aktuell: www.contratom.de

 

 

 

 

 

 


 
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